Warum in Ihrem dentalen DVT-Befund die Nebenhöhlen und Kiefergelenke erwähnt werden
Eine dentale DVT erfasst mehr als nur Implantationsstellen. Erfahren Sie, warum Befunde an den Nebenhöhlen und Kiefergelenken aufgeführt werden und welche Fachperson sie beurteilen kann.
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Eine für die Zähne angeordnete Aufnahme kann weit mehr als nur die Zähne zeigen
Eine digitale Volumentomografie mit Kegelstrahltechnik, meist als dentale DVT oder CBCT bezeichnet, erzeugt detaillierte dreidimensionale Bilder der Zähne und Gesichtsknochen. Eine Zahnärztin oder ein Zahnarzt kann sie vor dem Einsetzen eines Implantats anordnen, um Höhe, Breite und Form des Knochens an einer bestimmten Zahnposition zu messen.
Der Röntgenstrahl endet jedoch nicht an dieser Stelle. Je nach Sichtfeld der Aufnahme können auch die Nasenhöhle, die Kieferhöhlen, die Atemwege und die Kiefergelenke erfasst werden. Daher kann der Befundbericht Veränderungen erwähnen, die nur wenig mit dem geplanten Implantat zu tun haben.
Dadurch kann eine unerwartete Überweisungskette entstehen: Die zahnärztliche Praxis hat die Aufnahme angeordnet, ist aber möglicherweise nicht die richtige Anlaufstelle, um eine Erkrankung der Nebenhöhlen zu beurteilen oder eine Kiefergelenkerkrankung zu behandeln. Wenn Sie verstehen, was der Bericht bedeutet – und was nicht –, kann dies den nächsten Schritt weniger verwirrend machen.
Warum die Kieferhöhlen auf einer dentalen DVT zu sehen sind
Die Kieferhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume innerhalb der Wangenknochen. Ihre Böden liegen nahe an den Wurzeln der oberen Seitenzähne. Bei manchen Menschen trennt nur eine dünne Knochenschicht ein Zahnfach von der Kieferhöhle.
Diese anatomische Beziehung ist für die Implantatplanung wichtig. Die Zahnärztin oder der Zahnarzt muss wissen, wie viel Knochen vorhanden ist und ob ein Implantat bis in die Nähe des Kieferhöhlenbodens reichen könnte. Bei einem größeren Sichtfeld können große Teile oder sogar beide Kieferhöhlen vollständig erfasst werden, selbst wenn das Implantat nur für einen bestimmten Bereich geplant ist.
Was bedeutet eine Verdickung der Nebenhöhlenschleimhaut?
Das Innere jeder Nebenhöhle ist mit einer dünnen Weichteilschicht, der sogenannten Schleimhaut, ausgekleidet. Auf einer DVT kann diese Schleimhaut dicker als erwartet erscheinen. Ein Bericht kann dies als Schleimhautverdickung, entzündliche Veränderung oder als einen mit einer Nebenhöhlenentzündung vereinbaren Befund beschreiben.
Schleimhautverdickungen kommen häufig vor und sind unspezifisch. Sie können mit einer kürzlich durchgemachten Erkältung, Allergien, einer chronischen Reizung der Nebenhöhlen oder einer Infektion zusammenhängen. Auch Zahnprobleme können eine benachbarte Kieferhöhle entzünden, insbesondere wenn an einem oberen Zahn eine tief reichende Infektion oder eine Erkrankung im Bereich seiner Wurzel vorliegt.
Die Aufnahme allein ermöglicht in der Regel keine Bestimmung der genauen Ursache. Eine DVT eignet sich hervorragend zur Darstellung von Zähnen und Knochen, bietet jedoch weniger Weichteildetails als eine medizinische CT oder MRT. Die Bedeutung hängt vom Muster und Ausmaß der Veränderung, von benachbarten Zahnbefunden und von den Beschwerden ab.
Wann ein Nebenhöhlenbefund genauer abgeklärt werden sollte
- Die Beschwerden passen zur Aufnahme: Anhaltender Druck im Gesicht, eine behinderte Nasenatmung, ein verminderter Geruchssinn oder anhaltender Sekretabfluss können für eine weiterführende ärztliche Abklärung sprechen.
- Die Veränderung betrifft überwiegend eine Seite: Eine einseitige Erkrankung der Nebenhöhlen kann zahnmedizinische oder nicht zahnmedizinische Ursachen haben, die möglicherweise geklärt werden müssen.
- Ein benachbarter Zahn wirkt infiziert: Die Behandlung der zahnmedizinischen Ursache kann ein wichtiger Bestandteil der Therapie der Nebenhöhlenentzündung sein.
- Die Implantatoperation könnte die Kieferhöhle betreffen: Eine aktive oder ausgeprägte Erkrankung der Nebenhöhlen kann die Operationsplanung beeinflussen, insbesondere wenn ein Sinuslift erwogen wird.
Eine hausärztliche Praxis kann allgemeine Beschwerden der Nebenhöhlen beurteilen. Bei anhaltenden, wiederkehrenden, schweren oder einseitigen Problemen kann eine Hals-Nasen-Ohren-ärztliche Untersuchung sinnvoll sein. Eine Zahnärztin, ein Zahnarzt oder eine endodontologisch tätige Fachperson beurteilt, ob ein Zahn dazu beiträgt.
Warum die Kiefergelenke auf derselben Aufnahme erscheinen
Die Kiefergelenke liegen unmittelbar vor den Ohren. Dort treffen die abgerundeten Enden des Unterkiefers – die sogenannten Kondylen oder Gelenkköpfe – auf den Schädel. Eine dentale DVT mit mittlerem oder großem Sichtfeld kann eines oder beide Gelenke erfassen.
Ein Bericht kann Abflachungen, Sklerosierungen, Unregelmäßigkeiten oder einen kleinen schnabelförmigen knöchernen Auswuchs beschreiben. Ein solcher Auswuchs kann als Osteophyt bezeichnet und als mögliche degenerative Umbildung interpretiert werden.
Der Begriff degenerativ klingt häufig beunruhigend, doch eine bildgebend sichtbare Veränderung bedeutet nicht automatisch, dass eine schmerzhafte oder fortschreitende Gelenkerkrankung vorliegt. Knochen kann sich als Reaktion auf das Alter, frühere Belastungen, Verletzungen, Zähnepressen, Zähneknirschen oder eine veränderte Gelenkbelastung umbauen. Manche Menschen weisen sichtbare Veränderungen auf, ohne Beschwerden zu haben.
Klinische Korrelation bedeutet, dass der Befund der Aufnahme mit den Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung abgeglichen werden sollte. Es bedeutet nicht, dass bereits eine Diagnose bestätigt wurde.
Beschwerden, die bei der Einordnung von Kiefergelenkbefunden helfen
- Schmerzen vor dem Ohr oder in der Kaumuskulatur
- Steifigkeit des Kiefers oder eingeschränkte Mundöffnung
- Schmerzen beim Kauen
- Blockieren oder Hängenbleiben des Kiefers
- Eine kürzlich aufgetretene Veränderung des Bisses
- Gelenkgeräusche in Verbindung mit Schmerzen oder einem Funktionsverlust
Ein alleiniges Knacken oder Klicken ist nicht immer ein Zeichen für eine schädigende Erkrankung. Eine DVT stellt zudem Knochen besser dar als den Weichteildiskus des Gelenks und kann daher nicht jede Frage zu Kiefergelenkbeschwerden beantworten.
Eine allgemeinzahnärztliche Praxis kann eine erste Untersuchung durchführen. Anhaltende oder komplexe Beschwerden können von einer auf orofaziale Schmerzen spezialisierten Zahnärztin oder einem entsprechend spezialisierten Zahnarzt, einer Fachärztin oder einem Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder einer anderen Fachperson mit besonderer Erfahrung im Bereich der Kiefergelenke beurteilt werden. Eine Überweisung bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine Operation zu erwarten ist.
Wer ist für einen Zufallsbefund zuständig?
Die anordnende Zahnärztin oder der anordnende Zahnarzt ist dafür verantwortlich, den Bericht zu prüfen und zu erklären, wie sich der Befund auf die zahnärztliche Behandlung auswirkt. Der jeweilige fachliche Zuständigkeitsbereich ist jedoch von Bedeutung. Eine zahnärztliche Fachperson kann eine Auffälligkeit der Nebenhöhlen erkennen, ohne für die Diagnose oder Behandlung einer chronischen Nebenhöhlenerkrankung ausgebildet zu sein. Ebenso behandelt eine HNO-Fachperson Erkrankungen der Nebenhöhlen, entscheidet jedoch normalerweise nicht darüber, ob ein Zahn eine Wurzelkanalbehandlung benötigt oder ob an einer Implantationsstelle ausreichend Knochen vorhanden ist.
Deshalb können mehrere Fachpersonen beteiligt sein:
- Implantologisch tätige Zahnärztin oder implantologisch tätiger Zahnarzt, Fachperson für Parodontologie oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie: Implantatposition, verfügbares Knochenangebot, Nähe zur Kieferhöhle und Operationsplanung
- Allgemeinzahnärztliche oder endodontologische Fachperson: Karies, Wurzelinfektion oder andere mögliche zahnmedizinische Ursachen einer Nebenhöhlenentzündung
- Hausärztliche oder HNO-ärztliche Fachperson: Beschwerden der Nebenhöhlen und nicht zahnmedizinische Ursachen einer Nebenhöhlenerkrankung
- Auf orofaziale Schmerzen spezialisierte zahnärztliche Fachperson oder Fachperson für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie: symptomatische oder strukturell bedenkliche Kiefergelenkbefunde
Wenn Sie den schriftlichen Bericht sowie einen Zugang zu den ursprünglichen DVT-Aufnahmen mitbringen, lassen sich doppelte Untersuchungen möglicherweise vermeiden. Die entscheidende Frage ist nicht nur, ob im Bericht eine auffällige Formulierung erscheint, sondern ob der Befund die Behandlung verändert, zu den Beschwerden passt oder eine andere Art der Untersuchung erfordert.
Wann Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen sollten
Besprechen Sie den Bericht mit der Zahnärztin oder dem Zahnarzt, die oder der die Aufnahme angeordnet hat, und fragen Sie, ob er Auswirkungen auf den geplanten zahnärztlichen Eingriff hat. Eine ärztliche Abklärung ist im Allgemeinen bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden der Nebenhöhlen, ausgeprägten einseitigen Beschwerden, Kieferschmerzen, Blockierungen, eingeschränkter Mundöffnung oder einer Veränderung des Bisses angezeigt. Bei einer Gesichtsschwellung mit Fieber, einer Schwellung um ein Auge, Sehstörungen, starken Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder sich rasch verschlechternden Beschwerden kann eine dringende medizinische Versorgung erforderlich sein.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Diagnose noch einen Ersatz für die Untersuchung durch eine qualifizierte zahnmedizinische oder ärztliche Fachperson dar.
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