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Fazekas-, GCA- und MTA-Scores bei einem Gedächtnis-MRT

Erfahren Sie, was Fazekas-, GCA-, MTA- und Koedam-Scores bedeuten – und warum Alter, Symptome und das Gesamtmuster im MRT wichtiger sind als ein einzelner Wert.

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Warum enthält ein MRT bei Gedächtnisverlust so viele Scores?

In einem MRT des Gehirns, das aufgrund von Gedächtnis- oder Verhaltensänderungen durchgeführt wird, können mehrere Bewertungssysteme nebeneinander aufgeführt sein. Häufige Beispiele sind der Fazekas-Score für Veränderungen der weißen Substanz, die globale kortikale Atrophie (GCA), die mediale Temporallappenatrophie (MTA) und der Koedam-Score für posteriore oder parietale Atrophie.

In manchen Befunden wird sogar die vollständige Definition jedes Schweregrads abgedruckt. Dadurch können die Ergebnisse wie eine Demenz-Checkliste wirken, doch diese Scores sind beschreibende Hilfsmittel – keine Diagnosen. Radiologen verwenden sie, um mitzuteilen, wo sich Veränderungen befinden und wie deutlich sie ausgeprägt sind.

Ein Score beschreibt ein MRT-Merkmal. Für sich allein weist er weder eine Alzheimer-Krankheit noch eine andere Ursache kognitiver Symptome nach.

Fazekas-Score: vaskuläre Veränderungen der weißen Substanz

Die Fazekas-Skala bewertet helle Bereiche in der weißen Substanz des Gehirns, die häufig als Hyperintensitäten der weißen Substanz, ischämische Veränderungen bei Erkrankung kleiner Gefäße oder vaskuläre Leukoenzephalopathie bezeichnet werden. Sie reicht üblicherweise von 0 bis 3:

  • Fazekas 0: Keine Läsionen der weißen Substanz.
  • Fazekas 1: Einige kleine, voneinander getrennte Flecken.
  • Fazekas 2: Flecken, die beginnen, zu größeren Bereichen zusammenzufließen.
  • Fazekas 3: Ausgedehnte, konfluierende Veränderungen der weißen Substanz.

Ein französischer Befund mit der Formulierung „leucopathie vasculaire, grade II de Fazekas“ beschreibt mäßige Veränderungen der weißen Substanz, die im Allgemeinen einer Erkrankung der kleinen Gefäße zugeschrieben werden. Er besagt nicht, dass ein großer Schlaganfall stattgefunden hat.

Diese Veränderungen treten mit zunehmendem Alter häufiger auf und stehen mit Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und anderen Gefäßrisiken in Zusammenhang. Bei erheblicher Ausprägung können sie zu verlangsamtem Denken, verminderter Aufmerksamkeit, Gehschwierigkeiten oder Problemen mit den Exekutivfunktionen beitragen. Ein Fazekas-Score zeigt jedoch nicht, in welchem Ausmaß die Symptome einer bestimmten Person auf diese Veränderungen zurückzuführen sind.

GCA-Score: allgemeiner Verlust von Hirnvolumen

Die GCA-Skala bewertet die Erweiterung der Hirnfurchen und die Vergrößerung der Liquorräume, die indirekte Zeichen eines kortikalen Volumenverlusts sind. Ein häufig verwendetes System von 0 bis 3 lautet:

  • GCA 0: Keine sichtbare kortikale Atrophie.
  • GCA 1: Leichte Erweiterung der Hirnfurchen.
  • GCA 2: Mäßiger Volumenverlust.
  • GCA 3: Schwerer Volumenverlust mit deutlicher Erweiterung und Ausdünnung.

„Mäßige kortiko-subkortikale Atrophie“ bedeutet entsprechend einen Volumenverlust, der sowohl die äußere Hirnrinde als auch tiefer gelegene Strukturen betrifft. Die Verteilung ist dabei wichtig. Wenn ein Befund beispielsweise keine frontale Betonung feststellt, bedeutet dies, dass die Frontallappen nicht überproportional betroffen sind – ein Detail, das relevant sein kann, wenn Ärzte frontotemporale Erkrankungen in Betracht ziehen.

MTA-Score: die gedächtnisrelevanten medialen Temporallappen

Die MTA-Skala beurteilt tief in den Temporallappen liegende Strukturen, insbesondere die Hippocampi, die für die Bildung neuer Erinnerungen wichtig sind. Die häufig verwendete MTA-Skala nach Scheltens reicht von 0 bis 4:

  • MTA 0: Keine Atrophie.
  • MTA 1: Minimale Erweiterung der Räume um den Hippocampus.
  • MTA 2: Leichte Abnahme der Hippocampushöhe mit erweiterten umgebenden Räumen.
  • MTA 3: Mäßiger Volumenverlust des Hippocampus.
  • MTA 4: Schwerer Volumenverlust.

Eine ausgeprägte MTA kann ein Alzheimer-typisches Muster stützen, insbesondere wenn Gedächtnistests Schwierigkeiten beim Erlernen und Behalten neuer Informationen zeigen. Eine Schrumpfung des Hippocampus ist jedoch nicht spezifisch für die Alzheimer-Krankheit. Sie kann auch bei normalem Altern sowie bei verschiedenen neurologischen oder anderen medizinischen Erkrankungen auftreten.

In Befunden können die linke und rechte Seite getrennt bewertet werden. Ein geringer Seitenunterschied ist nicht automatisch bedeutsam; eine deutliche Asymmetrie wird zusammen mit den Symptomen und anderen MRT-Befunden interpretiert.

Koedam-Score: posteriore und parietale Atrophie

Die Koedam-Skala bewertet die Atrophie im hinteren und oberen Bereich des Gehirns, einschließlich der parietalen und posterioren zingulären Regionen:

  • Koedam 0: Keine posteriore Atrophie.
  • Koedam 1: Leichte Erweiterung posteriorer Hirnfurchen.
  • Koedam 2: Mäßige posteriore Atrophie.
  • Koedam 3: Schwere posteriore Atrophie.

Eine parietal betonte Atrophie kann auf einen frühen Alzheimer-typischen Prozess hinweisen, insbesondere wenn sie zusammen mit einer MTA und einer dazu passenden Krankengeschichte auftritt. „Kann auf etwas hinweisen“ drückt jedoch eine Möglichkeit und keine Gewissheit aus. Ein leichtes, unverändertes posteriores Muster ohne eindeutige Beteiligung des Hippocampus entspricht möglicherweise keinem klassischen, demenzspezifischen Muster.

Was ist für das jeweilige Alter normal?

Es gibt keinen allgemeingültigen, nach Lebensjahrzehnten gestaffelten Grenzwert, der für jeden Scanner, jede Bewertungsmethode und jeden Patienten gilt. Radiologen berücksichtigen das Alter, die Bildqualität, die Krankengeschichte, die Symmetrie und die Frage, ob sich die Befunde im Laufe der Zeit verändert haben.

  • Im Alter von 40 bis 59 Jahren: Eine ausgeprägte Atrophie oder konfluierende Erkrankung der weißen Substanz ist weniger zu erwarten und wird in der Regel genauer untersucht. Einige winzige Flecken in der weißen Substanz können dennoch auftreten.
  • Im Alter von 60 bis 69 Jahren: Ein leichter generalisierter Volumenverlust und kleine verstreute Flecken in der weißen Substanz treten häufiger auf. Eine fokale oder überproportionale Atrophie ist weiterhin aussagekräftiger als eine leichte globale Veränderung.
  • Im Alter von 70 bis 79 Jahren: Eine leichte GCA, ein gewisses Maß an MTA und Veränderungen entsprechend Fazekas 1 werden häufig beobachtet. Ein MTA-Score von 2 kann bei einer jüngeren Person bedenklicher sein als bei jemandem in höheren Lebensjahrzehnten.
  • Ab einem Alter von 80 Jahren: Eine stärkere Atrophie und eine größere Belastung der weißen Substanz sind häufiger, sodass ein Score weniger spezifisch wird. Hohe Schweregrade, eine deutliche Asymmetrie, ein charakteristisches regionales Muster oder eine klare Progression können stärker ins Gewicht fallen.

Altersangepasste Grenzwerte unterscheiden sich zwischen Krankenhäusern. Deshalb sollte eine abgedruckte Erläuterung der Scores nicht als Tabelle altersentsprechender Normalwerte gelesen werden.

Wie Ärzte Kombinationen von Befunden interpretieren

Die nützlichsten Informationen ergeben sich häufig aus dem Gesamtmuster aller Scores:

  • MTA zusammen mit parietaler Atrophie: Kann ein Alzheimer-typisches Muster stützen, wenn Symptome und kognitive Tests dazu passen.
  • Fazekas 2 oder 3 zusammen mit Lakunen oder früheren kleinen Schlaganfällen: Erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass vaskuläre Faktoren zu den kognitiven Schwierigkeiten beitragen.
  • Frontale oder anterior-temporale Betonung: Kann auf ein frontotemporales Muster hindeuten, wobei eine Diagnose nicht allein anhand des MRT gestellt werden kann.
  • Leichte globale Atrophie ohne regionale Betonung: Ist relativ unspezifisch und kann sich mit normalen Alterungserscheinungen überschneiden.
  • Atrophie zusammen mit Gefäßerkrankung: Kann eher für gemischte Einflussfaktoren als für eine einzige Ursache sprechen.

Ein unverändertes MRT spricht im Allgemeinen gegen eine rasche strukturelle Progression während des untersuchten Zeitraums. Es schließt eine kognitive Störung jedoch nicht aus, da sich Symptome und Testergebnisse bereits vor einer offensichtlichen Veränderung im Routine-MRT – oder auch ohne eine solche – verändern können.

Was das MRT nicht beantworten kann

Ein MRT hilft dabei, Muster zu erkennen und Probleme wie eine Raumforderung, einen großen Schlaganfall, eine Störung des Liquordrucks oder eine Blutung auszuschließen. Es kann nicht eigenständig feststellen, ob Vergesslichkeit durch die Alzheimer-Krankheit, eine Gefäßerkrankung, Schlafprobleme, Medikamentenwirkungen, Depressionen, Hörverlust oder eine andere Erkrankung verursacht wird.

Ärzte kombinieren die Bildgebung mit dem zeitlichen Verlauf der Symptome, der neurologischen Untersuchung, kognitiven Tests, der Alltagsfunktion, Laborergebnissen und gegebenenfalls Biomarker-Tests.

Wann Sie mit Ihrem Arzt sprechen sollten

Fragen Sie den Arzt, der die Untersuchung veranlasst hat, wie die Scores im Vergleich zu den für das Alter der betreffenden Person erwartbaren Befunden einzuordnen sind, ob das Muster zu den geschilderten Symptomen passt und ob vaskuläre Risikofaktoren behandelt werden müssen. Bei plötzlich auftretender Verwirrtheit, neuer Schwäche, Sprachstörungen oder einer anderen abrupten neurologischen Veränderung ist eine umgehende ärztliche Abklärung wichtig.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt weder eine Diagnose noch eine individuelle medizinische Beratung dar.

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