Brustkyphose
Also called: Brustwirbelsäulenkrümmung, Hyperkyphose, Rundrücken, gebeugter oberer Rücken, kyphotische Krümmung, spinale Kyphose
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Was es bedeutet
Von der Seite betrachtet ist die Wirbelsäule nicht gerade – sie besteht aus mehreren abwechselnden Krümmungen, die zusammen wie eine Feder Belastung abfedern und den Kopf über dem Becken im Gleichgewicht halten. Der Abschnitt, der durch den Brustkorb verläuft, entlang der Rippen, krümmt sich sanft nach vorn (nach hinten gewölbt), und genau diese Vorwärtskrümmung ist mit dem Begriff gemeint. Sie liegt zwischen der Rückwärtskrümmung des Halses darüber und der Rückwärtskrümmung des unteren Rückens darunter, und ein gewisses Maß davon ist völlig normale Anatomie, kein eigentlicher Befund.
Warum sie im CT- oder MRT-Befund auftaucht
Radiologinnen und Radiologen erwähnen diese Krümmung vor allem als beschreibenden Orientierungspunkt beim Befunden von Wirbelsäulenaufnahmen, oder sie kommentieren gezielt ihr Ausmaß, wenn eine Untersuchung wegen Rückenschmerzen, Größenverlust oder einer sichtbar gebeugten Haltung angeordnet wurde. Wird sie gemessen, geschieht das meist als Winkel (Cobb-Winkel) zwischen dem oberen und unteren Ende des gekrümmten Abschnitts. Ein Befund kann schlicht vermerken, dass die Krümmung „im Normbereich“ liegt, oder sie als vergrößert, verringert oder in Verbindung mit anderen Veränderungen wie keilförmigen Wirbelkörpern oder Kompressionsfrakturen kennzeichnen.
Was es normalerweise bedeutet
Eine normale Krümmung liegt hier üblicherweise in einer recht weiten Spanne und ist für sich genommen einfach die natürliche Bauweise der Wirbelsäule. Eine übertriebene Ausprägung dieser Krümmung – manchmal Hyperkyphose oder umgangssprachlich „Witwenbuckel“ genannt – tritt mit zunehmendem Alter häufiger auf, oft durch Osteoporose und kleine Kompressionsfrakturen, die die Vorderkante der Wirbelkörper keilförmig verformen, oder durch lang anhaltende schlechte Haltung und schwache Rückenmuskulatur. Bei Jugendlichen kann eine steifere, ausgeprägtere Form auf die Scheuermann-Krankheit hinweisen, eine wachstumsbedingte Erkrankung der Wirbelkörper. Eine abgeflachte oder verringerte Krümmung ist seltener und meist ein Nebenbefund, kann gelegentlich aber auch mit Muskelverspannung oder bestimmten entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen zusammenhängen.
Wann man das abklären lassen sollte
Eine als normal beschriebene Krümmung erfordert keinerlei Maßnahme. Ansprechen sollte man beim Arzt: eine als vergrößert vermerkte Krümmung, besonders zusammen mit Rückenschmerzen, Größenverlust oder einer zunehmend gebeugten Haltung, die man selbst bemerkt hat, da diese auf Osteoporose oder Wirbelkörperkompressionsfrakturen hindeuten können, die gezielt behandelt werden sollten. Bei Jugendlichen wird eine steife oder fortschreitende Krümmung meist an eine Wirbelsäulenspezialistin oder einen -spezialisten überwiesen, um das Wachstum zu überwachen. Schwere Krümmungen, die die Atmung beeinträchtigen oder anhaltende Schmerzen verursachen, sollten gründlicher abgeklärt werden.
Ein anschauliches Bild dafür
Man kann sich die Wirbelsäule von der Seite als sanfte, gestapelte S-Form vorstellen, ähnlich der geschwungenen Silhouette einer Getränkeflasche oder der zweifach aneinandergereihten Form eines umgekehrten Fragezeichens. Der Brustkorbabschnitt dieses S wölbt sich nach außen wie der Rücken eines Bogens – genau das erlaubt es dem Brustkorb, Herz und Lunge zu umhüllen, während der Kopf trotzdem bequem obenauf im Gleichgewicht bleibt. Ein bisschen von dieser Wölbung ist einfach die Form, die die Wirbelsäule haben soll; erst wenn sich der Bogen spürbar stärker ausprägt, versteift oder übertrieben wirkt, wird er zu einem Befund, den man genauer betrachten sollte.
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