Tarsaltunnel
Also called: Fußwurzelkanal, Kanal am Innenknöchel, Nerventunnel am Fuß, Retinaculum-flexorum-Tunnel, Tarsaltunnelkanal, medialer Sprunggelenkstunnel
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Was es bedeutet
Der Tarsaltunnel ist ein schmaler Kanal an der Innenseite des Sprunggelenks, kurz unterhalb und hinter dem knöchernen Höcker, den man dort ertasten kann (dem Innenknöchel). Auf der einen Seite wird er von Fußwurzelknochen begrenzt, auf der anderen von einem straffen Bindegewebsband namens Retinaculum flexorum, das wie ein Dach darüber gespannt ist. Durch diesen Tunnel verlaufen der hintere Schienbeinnerv, eine Arterie und eine Vene sowie mehrere Sehnen, die Fuß und Zehen bewegen helfen. Er ist das Gegenstück zum Karpaltunnel am Handgelenk und dient vor allem dazu, diese Strukturen gebündelt und geschützt um das Sprunggelenk herum in die Fußsohle zu leiten.
Warum er im CT- oder MRT-Befund auftaucht
Der Tarsaltunnel ist normale Anatomie und wird meist nur als Orientierungspunkt genannt, wenn beschrieben wird, was durch ihn hindurchläuft oder in seiner Nähe liegt. Die MRT ist hierfür die beste Untersuchungsmethode, da sie Nerven, Sehnen und Weichteile so detailliert darstellt, wie es CT oder Röntgen nicht können. Ein Befund kann den Tarsaltunnel erwähnen, wenn eine Schwellung des hinteren Schienbeinnervs, eine Zyste oder Raumforderung, die den Kanal einengt, eine Sehnenentzündung, Krampfadern innerhalb des Tunnels oder eine Verdickung des Retinaculum flexorum beschrieben wird. Er kann aber auch in einem unauffälligen Befund einfach nur genannt werden, um zu bestätigen, dass der Bereich untersucht wurde und keine Auffälligkeiten zeigt.
Was es normalerweise bedeutet
Die bloße Erwähnung des Tarsaltunnels ist keine Diagnose, sondern eine Ortsangabe. Entscheidend ist, ob dort etwas den Nerv auf seinem Weg durch den Tunnel einengt oder reizt. Wenn etwas den Raum verengt – etwa eine kleine Zyste, eine geschwollene Sehnenscheide, ein Knochensporn oder eine allgemeine Schwellung durch Plattfüße oder eine alte Sprunggelenksverletzung –, kann der hintere Schienbeinnerv eingeklemmt werden, ein Zustand, der als Tarsaltunnelsyndrom bezeichnet wird. Das kann Brennen, Kribbeln, Taubheit oder einschießende Schmerzen an der Innenseite des Sprunggelenks und in der Fußsohle verursachen, oft verstärkt beim Stehen oder Gehen. Viele Fälle sind mild und sprechen gut auf konservative Maßnahmen wie Schonung, unterstützendes Schuhwerk oder Einlagen und entzündungshemmende Behandlung an, während eine kleinere Zahl von einer Injektion oder einer Operation profitiert, um den Druck auf den Nerv zu entlasten.
Wann man das abklären lassen sollte
Bei Brennen, Kribbeln, Taubheit oder Schmerzen an der Innenseite des Sprunggelenks oder in der Fußsohle, besonders wenn sich das bei Belastung oder nachts verschlimmert, sollte man das dem Arzt schildern, damit der Bereich untersucht und mit der Bildgebung abgeglichen werden kann. Möglicherweise wird auch eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung empfohlen, um die Funktion des hinteren Schienbeinnervs zu überprüfen. Plötzliche, ausgeprägte Schwäche, deutlicher Gefühlsverlust oder Fußbeschwerden nach einer kürzlichen Verletzung sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.
Ein anschauliches Bild dafür
Man kann sich den Tarsaltunnel als einen kurzen Tunnel unter einer Brücke vorstellen, durch den ein Kabelbündel (Nerv, Blutgefäße und Sehnen) verläuft. Solange der Tunnel geräumig bleibt, laufen alle Kabel frei hindurch. Schwillt aber etwas im Inneren des Tunnels an oder drängt eine Raumforderung in den Platz hinein, werden die Kabel gegen die Tunnelwand gequetscht – und der Nerv, als empfindlichstes Kabel im Bündel, meldet sich meist als Erster mit Kribbeln oder Brennen, das bis in den Fuß ausstrahlt.
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