Tarlov-Zyste
NormalAlso called: Kreuzbeinzyste, Meningealzyste, perineurale Zyste, sakrale Nervenwurzelzyste, sakrale Tarlov-Zyste, spinale perineurale Zyste
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Was es bedeutet
Eine Tarlov-Zyste ist eine kleine, mit Nervenwasser (Liquor) gefüllte Ausstülpung – derselben Flüssigkeit, die auch Gehirn und Rückenmark umgibt –, die sich in der Hülle um eine Spinalnervenwurzel bildet, fast immer im Kreuzbeinbereich ganz unten an der Wirbelsäule. Sie entstehen dort, wo sich die flüssigkeitsgefüllte Hülle einer Nervenwurzel nach außen wölbt, und stehen in der Regel mit dem umgebenden Liquorraum in Verbindung. Auf der MRT zeigen sie sich als glatte, runde oder ovale, flüssigkeitshelle Aussackungen genau an der Stelle, an der eine Nervenwurzel den Wirbelkanal verlässt.
Warum sie im CT- oder MRT-Befund auftaucht
Radiologinnen und Radiologen beschreiben die Größe, die Höhe, auf der die Zyste liegt (meist im Kreuzbein, bezeichnet als S1 bis S4), und ob eine oder mehrere Zysten vorliegen. Der Befund kann auch angeben, ob die Zyste den knöchernen Kanal, durch den der Nerv verläuft, zu verdrängen oder aufzuweiten scheint, da größere Zysten den umgebenden Knochen mit der Zeit allmählich umformen können. Meist wird sie nur knapp erwähnt und als Nebenbefund eingestuft, sofern Größe oder Beschwerdebild nicht etwas anderes nahelegen.
Was es normalerweise bedeutet
Tarlov-Zysten sind häufig und finden sich bei einem nennenswerten Anteil der Menschen, die aus anderen Gründen eine MRT der Wirbelsäule bekommen – die große Mehrheit verursacht dabei überhaupt keine Beschwerden. Sie gelten allgemein als gutartige Entwicklungsbefunde und nicht als Krankheitsprozess. Eine kleine Minderheit, meist die größeren Zysten, kann die umgebende Nervenwurzel dehnen oder reizen und dadurch Schmerzen im unteren Rücken oder Steißbein, in Gesäß oder Bein ausstrahlende Schmerzen oder – seltener – Veränderungen von Blasen-, Darm- oder Sexualfunktion verursachen, wenn eine Zyste groß genug ist, um mehrere Nervenwurzeln zu beeinträchtigen. Die Größe einer Zyste im Bild sagt dabei nicht zuverlässig voraus, ob sie jemals Beschwerden verursachen wird – die meisten bleiben ein Leben lang unauffällig.
Wann man das abklären lassen sollte
Eine kleine, zufällig entdeckte Tarlov-Zyste ohne passende Beschwerden braucht in der Regel weder Behandlung noch routinemäßige Kontroll-Bildgebung. Bei anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken, im Steißbein oder ausstrahlenden Beinschmerzen sowie bei neuen Blasen-, Darm- oder Sexualfunktionsstörungen sollte man die Zyste beim Arzt ansprechen, damit beurteilt werden kann, ob sie tatsächlich eine Rolle spielt. Die Behandlung symptomatischer Zysten beginnt zunächst konservativ und führt nur selten zu spezialisierten Eingriffen, die Zysten vorbehalten sind, die eindeutig für deutliche Beschwerden verantwortlich sind.
Ein anschauliches Bild dafür
Man kann sich einen Gartenschlauch (den Nerv) vorstellen, der durch eine etwas lockere, flüssigkeitsgefüllte Hülle (seine Schutzscheide) verläuft. Bei manchen Menschen wölbt sich ein Abschnitt dieser Hülle etwas mehr als üblich nach außen und bildet so eine kleine, weiche Aussackung entlang des Schlauchs. Meistens liegt diese Aussackung einfach nur da, gefüllt mit derselben Flüssigkeit wie der Rest der Hülle, und macht überhaupt keine Probleme. Nur gelegentlich, wenn sie größer wird, beginnt sie, den Schlauch, den sie umgibt, zu bedrängen.
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