Spina bifida
WarningAlso called: Dysraphie der Wirbelsäule, Lamina-Defekt, Spaltwirbel, Spina bifida occulta, Wirbelbogendefekt, verdeckte Wirbelspaltbildung
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Was es bedeutet
In der frühen Schwangerschaft schließt sich normalerweise die Struktur, aus der später das Rückenmark und der schützende knöcherne Ring werden, vollständig – wie ein Reißverschluss, der sich entlang des Rückens schließt. Spina bifida ist der Oberbegriff dafür, wenn dieser Verschluss unvollständig bleibt. Das Spektrum ist breit: Am milden Ende steht die Spina bifida occulta, bei der lediglich eine kleine, nicht verschmolzene Lücke im knöchernen Bogen eines oder zweier Wirbel besteht, meist ganz unten an der Wirbelsäule, während Rückenmark und Nerven darunter völlig normal sind. Am ernsteren Ende stehen die offenen Formen, bei denen das Rückenmark oder seine Hüllen durch die Lücke hindurchtreten – diese werden typischerweise bereits im Ultraschall vor der Geburt oder kurz danach erkannt, nicht zufällig im Erwachsenenalter.
Warum es im CT- oder MRT-Bericht auftaucht
Die meisten Erwachsenen stoßen auf diesen Begriff als Zufallsbefund bei einer Untersuchung, die aus ganz anderem Grund gemacht wurde, etwa wegen Rückenschmerzen oder nach einem Autounfall. Der Bericht beschreibt fast immer eine Spina bifida occulta – einen kleinen Defekt in der Lamina, dem knöchernen Bogen an der Rückseite eines Wirbels, meistens im untersten Bereich der Wirbelsäule (auf Höhe L5 oder S1). Der Radiologe weist damit lediglich auf eine normale Variante der Knochenentwicklung hin, nicht auf ein Problem des Rückenmarks oder der Nerven, die in derselben Untersuchung meist als völlig unauffällig bestätigt werden.
Was es meistens bedeutet
Die Spina bifida occulta ist erstaunlich häufig – sie betrifft etwa jede zehnte bis jede fünfte Person –, und die allermeisten wissen nie davon und haben nie Beschwerden dadurch. Sie erfordert keine Behandlung und beeinträchtigt die Funktion der Wirbelsäule nicht. Bei einer kleinen Untergruppe besteht neben dem Verschlussdefekt zusätzlich ein sogenanntes Tethered-Cord-Syndrom, bei dem das Rückenmark ungewöhnlich tief im Kanal fixiert ist, statt frei zu hängen – ein eigenständiges Problem, das mit zunehmendem Wachstum manchmal Beschwerden verursachen kann. Manche Menschen mit der verdeckten Form haben zudem ein auffälliges Hautzeichen über der betroffenen Stelle, etwa ein Grübchen, ein Haarbüschel oder ein Muttermal, das schon seit der Kindheit besteht.
Wann man das abklären lassen sollte
Ein Zufallsbefund einer Spina bifida occulta bei einer ansonsten unauffälligen Erwachsenenuntersuchung erfordert in der Regel überhaupt keine weitere Abklärung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn zusätzlich ein Hautgrübchen, ein Haarbüschel oder ein Fettpolster über der unteren Wirbelsäule vorliegt, oder wenn Beinschwäche, eine Fußfehlstellung, Veränderungen bei Blasen- oder Darmfunktion oder zunehmende Rückenschmerzen bestehen – diese Anzeichen können auf ein Tethered-Cord-Syndrom hindeuten, das eine gezielte neurochirurgische Untersuchung verdient. Bezieht sich der Begriff auf eine Schwangerschaft oder ein Neugeborenes statt auf einen Zufallsbefund bei einem Erwachsenen, ist das ein anderes Thema, das mit dem geburtshilflichen oder pädiatrischen Behandlungsteam besprochen werden sollte.
Ein anschauliches Bild dafür
Stellen Sie sich einen Ziegelbogen vor, der einen darunterliegenden Gehweg schützen soll. Eine Spina bifida occulta ist so, als würde man entdecken, dass ein Schlussstein nahe der Basis des Bogens einfach nie vermörtelt wurde – es gibt eine kleine, unauffällige Lücke im Mauerwerk, aber der Bogen steht weiterhin fest, und der Weg darunter bleibt völlig unberührt. Erst bei den selteneren, offenen Formen liegt tatsächlich etwas unter dem Bogen frei oder verschoben – eine grundlegend andere Situation, die typischerweise schon lange erkannt wird, bevor ein Zufallsbefund bei einer Erwachsenenuntersuchung überhaupt ins Spiel kommt.
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