Retrolisthese
Also called: Wirbel nach hinten verrutscht, dorsale Spondylolisthese, dorsale Wirbelverschiebung, reverse Spondylolisthese, rückwärtige Wirbelverschiebung, vertebrale Retrolisthese
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Was es bedeutet
Eine Retrolisthese beschreibt einen Wirbel, der gegenüber dem direkt darunterliegenden Knochen nach hinten verrutscht ist, sodass der normalerweise gerade übereinanderliegende Wirbelstapel leicht aus der Ausrichtung gerät. Sie ist das Spiegelbild der Anterolisthese, dem eher bekannten Nach-vorne-Rutschen, und beide fallen unter den übergeordneten Begriff Spondylolisthese, der schlicht bedeutet, dass sich ein Wirbel aus seiner normalen Position verschoben hat — in beide Richtungen möglich.
Warum es im CT- oder MRT-Befund auftaucht
Eine Retrolisthese wird meist auf Röntgen-, CT- oder MRT-Aufnahmen von der Seite sichtbar, auf denen der Radiologe die Hinterkante eines Wirbels mit der des darunterliegenden vergleichen kann. Befunde nennen üblicherweise die betroffene Wirbelsäulenhöhe, meist im unteren Rücken oder Nacken, sowie das Ausmaß der Verschiebung, meist in Millimetern angegeben statt im Prozent-Graduierungssystem, das für Nach-vorne-Verschiebungen verwendet wird. Der Befund kann auch vermerken, ob die Bandscheibe zwischen den beiden Wirbeln verschlissen oder vorgewölbt ist, da ein Höhenverlust der Bandscheibe eng damit zusammenhängt, wie sich diese Rückwärtsverschiebung entwickelt, sowie ob die Verschiebung den Wirbelkanal oder die Nervenaustrittsöffnungen einengt.
Was es normalerweise bedeutet
Eine Retrolisthese hängt meist mit einer degenerativen Bandscheibenerkrankung zusammen: Wenn die dämpfende Bandscheibe zwischen zwei Wirbeln mit dem Alter oder durch Verschleiß dünner wird und an Höhe verliert, kann sich die normale Mechanik, die die Wirbel in Linie hält, lockern, sodass ein Knochen leicht nach hinten auf den darunterliegenden absinkt. Geringe Ausmaße sind recht häufig, besonders im Nacken und unteren Rücken, und verursachen häufig überhaupt keine Symptome, sondern werden zufällig bei Untersuchungen aus anderen Gründen entdeckt. Treten doch Symptome auf, ähneln sie meist denen von Vorwärtsverschiebungen: örtlich begrenzte Rücken- oder Nackenschmerzen, und falls die Verschiebung den Raum um nahegelegene Nerven einengt, Schmerzen, Kribbeln oder Schwäche, die in einen Arm oder ein Bein ausstrahlen.
Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Eine kleine, symptomlose Retrolisthese braucht in der Regel keine gesonderte Maßnahme über die routinemäßige Nachverfolgung dessen hinaus, weswegen die Untersuchung ursprünglich gemacht wurde. Bei anhaltenden Rücken- oder Nackenschmerzen oder Symptomen, die in einen Arm oder ein Bein ausstrahlen, besprechen Sie den Befund mit Ihrem Arzt; die meisten Fälle werden konservativ mit Physiotherapie, Anpassung der Aktivität und Schmerzbehandlung versorgt, ganz ohne Spritze oder Operation. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe bei neu auftretender Schwäche, Koordinationsverlust oder Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle, da diese eine dringende Abklärung erfordern.
Ein anschauliches Bild
Stellen Sie sich denselben Stapel von Trittsteinen vor, der auch eine Vorwärtsverschiebung beschreibt, nur dass sich diesmal ein Stein leicht nach hinten abgesetzt hat, sodass seine Kante nun über die Rückseite des darunterliegenden Steins hinausragt statt über die Vorderseite. Der Weg bleibt meist genauso begehbar, da der Versatz oft gering ist. Aber wie bei jedem Versatz in einem Stapel kann er, wenn er groß genug wird, den Kanal direkt hinter den Steinen einengen — in der Wirbelsäule genau dort, wo die Nervenbahnen verlaufen.
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