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Osteomyelitis

Urgent

Also called: Knocheninfektion, Osteitis, Spondylodiszitis, Wirbelosteomyelitis, eitrige Knochenentzündung, infektiöse Osteomyelitis

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Was es bedeutet

Eine Osteomyelitis ist eine Infektion im Inneren des Knochens selbst. Sie kann fast jeden Knochen im Körper betreffen, doch in einem Wirbelsäulenbefund bezieht sie sich meist darauf, dass ein Wirbelkörper – einer der knöchernen Bausteine der Wirbelsäule – infiziert ist, häufig gemeinsam mit der direkt angrenzenden Bandscheibe. Bakterien, gelegentlich auch Pilze, dringen in den Knochen ein, lösen eine Entzündung aus und zerstören unbehandelt allmählich das Knochengewebe an dieser Stelle.

Warum es im CT- oder MRT-Befund auftaucht

Die MRT ist das empfindlichste Verfahren, um eine beginnende Osteomyelitis zu erkennen: Sie zeigt auffällige Signalveränderungen und Schwellungen im betroffenen Wirbelkörper, noch bevor auf Röntgen- oder sogar CT-Bildern Veränderungen sichtbar wären. Radiologen beschreiben, welcher Wirbel oder welche Wirbel betroffen sind, ob die angrenzende Bandscheibe ebenfalls beteiligt ist (dann spricht man von einer Wirbelosteomyelitis mit Diszitis, also einer Spondylodiszitis) und ob ein Abszess oder eine Flüssigkeitsansammlung vorliegt, die auf umliegende Strukturen wie den Spinalkanal drückt. Die CT wird häufig ergänzend zur MRT eingesetzt, um die Knochenzerstörung genauer zu beurteilen und gegebenenfalls eine Biopsie gezielt zu planen.

Was es normalerweise bedeutet

An der Wirbelsäule gelangen Bakterien am häufigsten über die Blutbahn von einem anderen Infektionsherd in den Wirbelkörper – etwa einer Harnwegsinfektion, einer Hautinfektion, einem infizierten venösen Zugang oder einer Blutstrominfektion beliebiger Ursache –, wenngleich sie auch nach einer Wirbelsäulenoperation oder einem Eingriff wie einer Bandscheibeninjektion auftreten kann. Das Risiko ist erhöht bei Diabetes, geschwächtem Immunsystem, dialysepflichtiger Niereninsuffizienz oder intravenösem Drogenkonsum. Typisch sind anhaltende, zunehmende Rückenschmerzen, teils mit Fieber – allerdings fehlt Fieber, ähnlich wie bei der oft begleitenden Diszitis, nicht selten, was die Diagnose verzögern kann. Die Behandlung besteht aus einer langen, gezielt auf die im Blut oder Gewebe nachgewiesenen Bakterien abgestimmten Antibiotikatherapie sowie Schonung oder einer stützenden Orthese; eine Operation wird notwendig, wenn ein großer Abszess, eine Instabilität der Wirbelsäule oder ein Druck auf Rückenmark oder Nerven vorliegt.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

Wird im Befund der Verdacht auf Osteomyelitis geäußert, sollten Sie sich zeitnah an Ihren Arzt wenden, auch wenn sie zunächst nur als abzuklärende Möglichkeit und nicht als gesicherte Diagnose genannt wird. Dringend ärztlich abklären lassen sollten Sie Fieber zusammen mit zunehmenden Rückenschmerzen, neu aufgetretener Schwäche oder Taubheit in den Beinen oder Schwierigkeiten, Blase oder Darm zu kontrollieren, da dies auf eine Beteiligung von Rückenmark oder Nerven hindeuten kann und eine Beurteilung noch am selben Tag erfordert. Die diagnostische Abklärung – Blutuntersuchungen, Kulturen und mitunter eine Nadel- oder operative Knochenbiopsie – ist wichtig, auch wenn sich am Ende eine andere Ursache als eine Infektion herausstellt, da sie hilft, die tatsächliche Ursache der Schmerzen zu finden.

Ein anschauliches Bild

Man kann sich einen Wirbelkörper wie einen tragenden Stein in einer Mauer vorstellen. Knochen ist lebendiges Gewebe, das ständig von innen erneuert wird – gelangen jedoch Erreger über die Blutbahn in diesen Stein, können sie ihn von innen angreifen, statt nur an der Oberfläche zu sitzen. Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sie die Struktur des Steins nach und nach zum Einsturz bringen – genau deshalb behandeln Ärzte sie mit einer langen, konsequenten Antibiotikatherapie, statt abzuwarten, ob sie sich von selbst zurückbildet.

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