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Nabothi-Zyste

Normal

Also called: Gebärmutterhalszyste, Nabothi-Follikel, Nabothi-Zysten, Ovula Nabothi, Retentionszyste der Zervix, Schleimzyste des Gebärmutterhalses, Zervixzyste

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Was es bedeutet

Der Gebärmutterhals (Zervix), der untere Teil der Gebärmutter, der in die Scheide mündet, ist von winzigen schleimbildenden Drüsen ausgekleidet. Gelegentlich wächst eine dünne Gewebeschicht über die Öffnung einer solchen Drüse, sodass der weiterhin produzierte Schleim nicht mehr abfließen kann. Die Drüse füllt sich und wölbt sich zu einem kleinen, glatten, flüssigkeitsgefüllten Bläschen direkt unter der Oberfläche des Gebärmutterhalses vor. Dieses Bläschen ist eine Nabothi-Zyste, benannt nach dem deutschen Anatomen, der sie erstmals beschrieb.

Warum sie im CT- oder MRT-Befund erwähnt wird

Nabothi-Zysten werden ständig bei gynäkologischen Untersuchungen und Ultraschalluntersuchungen des Beckens entdeckt, tauchen aber auch als Zufallsbefund bei CT- oder MRT-Untersuchungen des Beckens auf, die aus ganz anderem Anlass angeordnet wurden – etwa bei Rückenschmerzen, Nierensteinen oder Blasenbeschwerden. Im Befund werden meist die Größe (üblicherweise wenige Millimeter, gelegentlich über einen Zentimeter), die Anzahl sowie die Bestätigung genannt, dass die Zyste das glatte, einfache, flüssigkeitsgefüllte Erscheinungsbild zeigt, das für Gutartigkeit spricht. Da der Gebärmutterhals an einer zentralen Stelle des Beckens liegt, werden diese Zysten bei Untersuchungen benachbarter Organe fast beiläufig entdeckt.

Was es normalerweise bedeutet

Eine Nabothi-Zyste gehört zu den beruhigendsten Befunden überhaupt. Sie sind extrem häufig, kommen bei einem großen Teil der Frauen vor, die irgendwann eine Geburt oder eine Entzündung des Gebärmutterhalses durchgemacht haben, und stehen in keinerlei Zusammenhang mit Krebs oder Unfruchtbarkeit. Meist handelt es sich um eine einzelne, kleine Zyste, die über Jahre unverändert bleibt, gelegentlich treten jedoch mehrere gemeinsam auf und lassen den Gebärmutterhals im Bild leicht höckerig, wie Kopfsteinpflaster, erscheinen. Sie entstehen als normale Folge der Erneuerung der Gebärmutterhalsoberfläche – ein Vorgang namens Plattenepithelmetaplasie, der im Laufe des Lebens ganz natürlich abläuft und sich nach einer Schwangerschaft oder einer kleineren Verletzung des Gebärmutterhalses beschleunigt. Eine Nabothi-Zyste beeinträchtigt weder die Periode noch die Fruchtbarkeit oder die Fähigkeit, eine Schwangerschaft auszutragen.

Wann Sie nachfragen sollten

In fast allen Fällen benötigt eine Nabothi-Zyste keine weitere Abklärung, außer dass Sie sie beim nächsten routinemäßigen gynäkologischen Termin erwähnen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird eventuell kurz mit einem Spekulum nachsehen, ob der Befund zur Bildgebung passt, eine Behandlung ist jedoch so gut wie nie erforderlich. In seltenen Fällen wird eine Zyste so groß, dass sie die Form des Gebärmutterhalses verändert oder die Beurteilung bei einem Pap-Abstrich erschwert; dann kann sie im Rahmen eines einfachen ambulanten Eingriffs entleert oder entfernt werden. Sprechen Sie neu auftretende Beckenschmerzen, ungewöhnliche Blutungen oder Ausfluss mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an, auch wenn diese Beschwerden weit häufiger eine andere Ursache haben als die Zyste selbst.

Ein einfaches Bild dazu

Stellen Sie sich einen winzigen Trinkhalm vor, der durch die Schale einer Orange gesteckt ist und leise Saft an die Oberfläche tropfen lässt. Wächst nun ein dünnes Stück Schale über die Öffnung dieses Halms, wird weiterhin Saft gebildet, kann aber nicht mehr entweichen und sammelt sich zu einem kleinen, runden Bläschen direkt unter der Schale. Genau das ist eine Nabothi-Zyste: eine Drüse, die ganz normal weiterarbeitet, nur vorübergehend überdeckt ist – und deren Flüssigkeit keinen anderen Weg findet als in ein kleines, ordentliches Bläschen.

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