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Lumbosakraler Übergangswirbel (Bertolotti)

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Also called: Bertolotti-Syndrom, LWS-Übergangswirbel, Lumbalisierung, Sakralisierung, lumbalisierter S1-Wirbel, sakralisierter L5-Wirbel, Übergangswirbel

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Was bedeutet das?

Der unterste bewegliche Wirbel des unteren Rückens heißt normalerweise L5 und sitzt direkt über dem Kreuzbein, dem dreieckigen Knochen, der die Wirbelsäule mit dem Becken verbindet. Bei einem lumbosakralen Übergangswirbel ist diese Grenze verwischt: Der Querfortsatz — ein flügelartiger Vorsprung an der Seite des Wirbels — ist auf einer oder beiden Seiten vergrößert und berührt entweder das Kreuzbein oder den benachbarten Beckenknochen (Darmbein), bildet mit ihm ein Scheingelenk (Pseudarthrose) oder ist vollständig mit ihm verwachsen. Ist dies mit Schmerzen verbunden, spricht man teils vom Bertolotti-Syndrom, benannt nach dem Arzt, der es erstmals beschrieb.

Warum steht das im CT- oder MRT-Befund?

Radiologinnen und Radiologen erkennen die Variante, indem sie die Wirbel durchzählen und Form sowie Kontaktpunkte des untersten Lendenwirbelsegments beurteilen. Der Befund beschreibt üblicherweise, welche Seite vergrößert ist, ob die Verbindung zum Kreuzbein oder Darmbein eher gelenkartig oder eine feste knöcherne Verschmelzung ist, und nutzt ein Klassifikationssystem (meist Castellvi Typ I bis IV), um das Ausmaß der Verbindung zwischen den beiden Knochen zu beschreiben. Dieses Detail ist wichtig, weil es auch beeinflussen kann, wie die Wirbelsäulenebenen im restlichen Befund gezählt und benannt werden.

Was bedeutet das in der Regel?

Es handelt sich um eine angeborene anatomische Variante — also etwas, mit dem man zur Welt kommt — und nicht um eine Erkrankung oder Verletzung. Sie findet sich bei etwa jedem zehnten bis fünften Menschen, wobei die meisten nie Beschwerden dadurch haben. Wenn doch Symptome auftreten, liegt das an mechanischen Ursachen: Das zusätzliche Gelenk oder die Verschmelzung verändert die normale Beweglichkeit und Lastverteilung ganz unten an der Wirbelsäule, was zu zusätzlicher Belastung an dieser Stelle führen und mit der Zeit einseitige Kreuzschmerzen verursachen kann, die manchmal bis ins Gesäß oder die Hüfte ausstrahlen. Nicht jeder mit dieser Variante im Scan hat auch Schmerzen dadurch — viele Menschen mit demselben Befund sind völlig beschwerdefrei, sodass die Anatomie allein noch keine Diagnose für die Schmerzursache ist.

Wann sollte man das abklären lassen?

Wird diese Variante zufällig entdeckt und haben Sie keine passenden Beschwerden, braucht es in der Regel weder Behandlung noch Verlaufskontrolle. Bestehen jedoch anhaltende Kreuzschmerzen auf derselben Seite wie der Befund, sprechen Sie das bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an — die Behandlung beginnt meist konservativ mit Physiotherapie, gezielten Injektionen oder Anpassung der Aktivität und wird nur bei ausbleibender Besserung ausgeweitet. Neu auftretendes Taubheitsgefühl, Kribbeln oder Schwäche in den Beinen sollten Sie ebenfalls ansprechen, da diese eine eigene Abklärung erfordern.

Ein anschauliches Bild dafür

Stellen Sie sich einen Stapel Stapelstühle vor, bei dem die Beine des untersten Stuhls etwas breiter sind und den Boden leicht anders berühren als alle Stühle darüber. Der Stapel steht trotzdem stabil und funktioniert einwandfrei, aber dieser unterste Verbindungspunkt trägt die Last auf etwas andere Weise als der Rest. Für die meisten Menschen ist das einfach die Bauart ihres persönlichen Stuhlstapels — robust und unauffällig. Bei einer kleineren Zahl wird genau dieser andere Verbindungspunkt im Lauf der Jahre durch die leicht ungleiche Belastung zur schmerzenden Stelle.

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