Labyrinthitis
WarningAlso called: Gleichgewichtsorganentzündung, Innenohrentzündung, Innenohrinfektion, Labyrinthentzündung, akute Labyrinthitis, virale Labyrinthitis
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Was es bedeutet
Tief im Ohr, hinter dem Trommelfell, liegt eine empfindliche, flüssigkeitsgefüllte Struktur namens Labyrinth, die sowohl die Gleichgewichtsorgane als auch das Hörorgan (die Cochlea) beherbergt. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Entzündung dieser gesamten Struktur, meist ausgelöst durch eine Virusinfektion, die die normalen Gleichgewichts- und Hörsignale stört, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Sie unterscheidet sich von einer verwandten, eingeschränkteren Erkrankung, die nur den Gleichgewichtsnerv betrifft und das Gehör verschont.
Da die Entzündung sowohl den Hör- als auch den Gleichgewichtsanteil dieser Innenohrstruktur gemeinsam betrifft, verursacht sie typischerweise plötzlichen Schwindel zusammen mit Hörverlust oder Ohrgeräuschen – ein Unterschied zu anderen Schwindelursachen, bei denen das Gehör unbeeinträchtigt bleibt.
Warum es im CT- oder MRT-Befund auftaucht
Dies ist in erster Linie eine klinische Diagnose, die anhand der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung gestellt wird. Ein MRT von Gehirn und Innenohr wird jedoch häufig angeordnet, um andere, ernstere Ursachen für plötzlichen Schwindel und Hörverlust wie einen Schlaganfall oder einen Tumor auszuschließen. In der kontrastmittelverstärkten MRT kann die entzündete Innenohrstruktur eine abnorme Anreicherung zeigen, das heißt, sie stellt sich nach Gabe des Kontrastmittels stärker dar als erwartet, was die Diagnose stützt. Die CT ist weniger geeignet, um die Entzündung selbst sichtbar zu machen, kann aber helfen, andere knöcherne oder strukturelle Ohrprobleme auszuschließen.
Was es in der Regel bedeutet
Die meisten Fälle folgen auf eine Viruserkrankung wie Erkältung oder Grippe, manchmal auch auf eine Mittelohrentzündung, die sich nach innen ausgebreitet hat; seltener tritt sie im Zusammenhang mit Erkrankungen wie einer Gürtelrose am Ohr auf. Typischerweise verursacht sie plötzlichen, starken Drehschwindel, Übelkeit und Erbrechen, Gangunsicherheit sowie Hörverlust oder Ohrgeräusche auf der betroffenen Seite, die oft Tage anhalten, bevor sie sich allmählich bessern, während sich das Gehirn anpasst und die Entzündung abklingt. Auch wenn es unangenehm und mitunter beängstigend ist, erholen sich die meisten Menschen gut, wobei manche mit einer verbleibenden Gleichgewichtsstörung oder seltener mit einem bleibenden Hörverlust auf der betroffenen Seite zurückbleiben. Da sich die Symptome mit denen eines Schlaganfalls im gleichen Bereich von Hirnstamm oder Kleinhirn überschneiden können, nehmen Ärzte plötzlichen Schwindel ernst, bis andere Ursachen ausgeschlossen sind.
Wann Sie aktiv werden sollten
Bei dieser Diagnose kann Ihr Arzt Medikamente gegen Übelkeit und Schwindel verschreiben, manchmal eine kurze Kortisonbehandlung und bei anhaltenden Beschwerden eine gleichgewichtsorientierte Physiotherapie (vestibuläre Rehabilitation). Wenden Sie sich an einen HNO-Arzt oder Audiologen, wenn der Hörverlust nach Abklingen der akuten Episode bestehen bleibt, da eine frühzeitige Behandlung die Erholung unterstützen kann. Suchen Sie sofort den Notdienst auf, wenn plötzlicher Schwindel von Doppeltsehen, verwaschener Sprache, Schwäche, Taubheitsgefühl oder Gangstörungen begleitet wird, da diese Kombination eher auf einen Schlaganfall als auf diese Innenohrerkrankung hindeuten und dringend abgeklärt werden muss.
Ein anschauliches Bild
Stellen Sie sich das Gleichgewichts- und Hörorgan des Innenohrs als ein fein abgestimmtes Instrument vor, das dem Gehirn ständig ein gleichmäßiges Signal darüber sendet, wo oben ist und welche Geräusche vorhanden sind. Eine Entzündung ist wie ein plötzliches Rauschen, das dieses Signal überflutet – das Gehirn erhält verzerrte, widersprüchliche Informationen, weshalb sich der Raum zu drehen scheint und Geräusche gedämpft klingen oder Ohrgeräusche auftreten können. Sobald die Entzündung abklingt und das Rauschen verschwindet, stabilisiert sich das Signal wieder, und bei den meisten Menschen kehren Gleichgewicht und Gehör nahezu zur Normalität zurück.
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