Hoffa-Fettkörper
Also called: Corpus adiposum infrapatellare, Fettkörper-Impingement, Hoffa-Fettkörper, Hoffa-Krankheit, Hoffa-Syndrom, infrapatellarer Fettkörper, vorderer Kniefettkörper
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Was bedeutet das?
Hinter der Kniescheibe und vor dem unteren Teil des Kniegelenks liegt ein dreieckiges Polster aus Fettgewebe, das als Hoffa-Fettkörper oder infrapatellarer Fettkörper bezeichnet wird. Es füllt den Raum zwischen der Kniescheibensehne, dem Schienbein und dem Oberschenkelknochen aus und dämpft diese Strukturen beim Beugen und Strecken des Knies. Da es im MRT genau in der Mitte des Kniegelenks liegt, wird es von Radiologen fast bei jeder Knieuntersuchung erwähnt, ähnlich wie die Form eines Knochens auch dann beschrieben wird, wenn nichts Auffälliges vorliegt.
Warum steht das im CT- oder MRT-Bericht?
Die MRT eignet sich am besten, um dieses weiche Fettgewebe darzustellen, da es sich als helles, klar abgegrenztes Dreieck hinter der Kniescheibe zeigt. Radiologen prüfen dabei Größe, Schwellung und Signalveränderungen, die auf eine Entzündung, Vernarbung oder Prellung hindeuten könnten. Da der Fettkörper direkt neben der Kniescheibensehne, der Gelenkinnenhaut und den vorderen Meniskushörnern liegt, wird er oft zusammen mit diesen Strukturen beschrieben, und Probleme in der Nachbarschaft können ihn auffällig erscheinen lassen, auch wenn er selbst nicht die eigentliche Ursache ist.
Was bedeutet das meistens?
In den meisten Berichten wird der Fettkörper schlicht als unauffällig vermerkt – als Orientierungspunkt, nicht als Befund. Ist er tatsächlich verändert, liegt meist die Hoffa-Krankheit vor: Der Fettkörper wird zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen eingeklemmt (oft nach einem Schlag auf die Vorderseite des Knies, häufigem Knien oder Überlastung durch Laufen und Springen) und schwillt entzündlich an. Das kann Schmerzen an der Vorderseite des Knies verursachen, besonders beim Strecken des Beins oder Knien. Seltener zeigt der Fettkörper eine Prellung nach direkter Verletzung, Vernarbungen nach früheren Operationen oder Verletzungen, oder eine reaktive Schwellung durch Arthrose oder ein benachbartes Sehnenproblem. Eine isolierte Schwellung des Fettkörpers ist meist harmlos und bildet sich von selbst zurück, sie ist kein Zeichen für etwas Ernstes.
Wann sollten Sie das abklären lassen?
Wenn Ihr Bericht eine Schwellung, ein Ödem oder ein Impingement des Fettkörpers erwähnt und Sie Schmerzen an der Vorderseite des Knies haben – besonders beim Knien, Hocken oder vollständigen Strecken des Beins – lohnt sich ein Gespräch mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten. Die meisten Fälle bessern sich durch Schonung, angepasste Aktivität und gezielte Physiotherapie zur Kräftigung der Muskulatur rund ums Knie. Anhaltende Schmerzen, Schwellungen oder ein Knie, das hakt oder nachgibt, sollten klinisch untersucht werden, um andere Ursachen wie einen Meniskusriss oder ein Fehlgleiten der Kniescheibe auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.
Einfach erklärt
Stellen Sie sich den Raum vor Ihrem Kniegelenk als kleine Lücke zwischen zwei beweglichen Teilen vor, gefüllt mit einem weichen Schaumstoffpolster, das ein Aneinanderreiben verhindert. Dieses Polster ist der Hoffa-Fettkörper. Meist liegt es einfach still da und erfüllt seine Aufgabe. Wird es aber immer wieder eingeklemmt oder geprellt, kann es anschwellen wie ein Schwamm, der zu viel Wasser aufgesaugt hat – und genau diese Schwellung wird dann selbst zur Schmerzquelle an der Vorderseite des Knies.
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