Hill-Sachs-Läsion
WarningAlso called: Hill-Sachs-Defekt, Hill-Sachs-Delle, Hill-Sachs-Fraktur, Impressionsfraktur Humeruskopf, Kompressionsfraktur Oberarmkopf, posterolateraler Humeruskopfdefekt
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Was bedeutet das?
Eine Hill-Sachs-Läsion ist eine kleine Delle bzw. Kompressionsfraktur an der hinteren äußeren Fläche des Humeruskopfes, der runden Kugel am oberen Ende des Oberarmknochens, die in die Schultergelenkpfanne passt. Sie entsteht, wenn die Schulter auskugelt und der Humeruskopf mit Wucht gegen den vorderen Rand der Gelenkpfanne (Glenoid) gedrückt wird, wobei ein dauerhafter Abdruck im weicheren Knochen des Humeruskopfes zurückbleibt – ähnlich einer Delle, die eine Autotür nach einem harten Aufprall gegen einen Bordstein zurückbehält.
Warum steht das im CT- oder MRT-Befund?
Da sie im Moment der Auskugelung entsteht, ist die Hill-Sachs-Läsion eines der klassischen Zeichen, nach denen Radiologinnen und Radiologen bei Personen mit Schulterinstabilität in der Vorgeschichte suchen, selbst wenn die Schulter längst wieder eingerenkt wurde. Befunde beschreiben Größe, Tiefe und Lage der Läsion und geben oft an, ob es sich um eine „engaging“ (einhakende) Läsion handelt, das heißt, ob sie bei bestimmten Armbewegungen am Rand der Gelenkpfanne einhakt – ein Detail, das für die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Auskugelung wichtig ist. Sie wird häufig gemeinsam mit einer verwandten Verletzung des knorpeligen Pfannenrands berichtet, der sogenannten Bankart-Läsion, da beide oft im selben Auskugelungsereignis gemeinsam entstehen.
Was bedeutet das in der Regel?
Eine Hill-Sachs-Läsion bestätigt, dass tatsächlich eine echte Auskugelung stattgefunden hat, selbst wenn diese Jahre zurückliegt, und ihre Größe gibt einen Hinweis darauf, wie instabil die Schulter künftig sein könnte. Kleine, flache Läsionen nach einer einmaligen Auskugelung verursachen oft keine weiteren Probleme und benötigen häufig keine eigene gezielte Behandlung. Größere oder einhakende Läsionen, besonders in Kombination mit einer Schädigung des Pfannenrands, gehen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit einher, dass die Schulter erneut auskugelt, manchmal mit jeweils weniger Kraftaufwand, und können dazu führen, dass sich das Gelenk bei bestimmten Über-Kopf- oder Greifbewegungen anfühlt, als würde es „nachgeben“.
Wann sollte man das abklären lassen?
Sprechen Sie diesen Befund bei einer orthopädischen oder sportmedizinischen Fachperson an, besonders wenn Sie wiederkehrende Episoden von Schulterinstabilität, ein Gefühl des Verrutschens im Gelenk oder Schmerzen bei Über-Kopf-Aktivitäten haben. Viele erstmalige Auskugelungen mit kleiner Läsion werden mit Physiotherapie behandelt, die auf die Kräftigung der schulterumgebenden Muskulatur abzielt. Größere Läsionen, wiederholte Auskugelungen oder eine Schulter, die bei Sport oder Alltagsaktivitäten immer wieder nachgibt, werden häufig im Hinblick auf operative Optionen besprochen, die eine Reparatur des Pfannenrands oder, bei größeren Defekten, Verfahren zum Auffüllen oder Umgehen der Delle selbst umfassen können.
Ein anschauliches Bild dafür
Stellen Sie sich den Humeruskopf wie eine glatte Billardkugel vor, die frei in einer flachen Schale rollen soll. Eine Hill-Sachs-Läsion ist wie eine Absplitterung am Rand dieser Kugel, dort wo sie einst mit genug Wucht gegen den Rand der Schale gestoßen ist, um eine Spur zu hinterlassen. Meist rollt die Kugel weiterhin geschmeidig, doch wenn die Absplitterung bei bestimmten Winkeln genau mit dem Rand der Schale zusammentrifft, kann sie einhaken und wieder herausrutschen – deshalb achten Ärztinnen und Ärzte genau darauf, wo diese Absplitterung liegt.
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