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Entwicklungsbedingte venöse Anomalie (DVA)

Normal

Also called: Caput-medusae-Muster, DVA, gutartige venöse Anomalie, venöse Drainageanomalie, venöse Entwicklungsanomalie, venöses Angiom, zerebrale venöse Anomalie

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Was es bedeutet

Eine entwicklungsbedingte venöse Anomalie ist ein Bündel kleiner, völlig normaler Venen, die zusammenlaufen und in eine einzige größere Vene münden – angeordnet in einem markanten Muster, das oft mit den Speichen eines Rades, den Ästen eines Baumes oder den Rippen eines Regenschirms verglichen wird. Trotz des Wortes „Anomalie“ funktionieren die Venen selbst völlig normal: Es handelt sich lediglich um eine ungewöhnliche Anordnung der venösen Drainage des Gehirns, die sich bereits während der frühen Entwicklung so ausgebildet hat – kein krankhaftes oder fehlgebildetes Blutgefäß.

Warum es im CT- oder MRT-Bericht auftaucht

Eine entwicklungsbedingte venöse Anomalie wird meist erst nach Gabe von Kontrastmittel bei CT oder MRT sichtbar, da die kleinen sammelnden Venen zu dünnwandig sind, um ohne Kontrastmittel gut erkennbar zu sein. Häufig wird sie zufällig entdeckt, während wegen Kopfschmerzen, Schwindel oder aus einem ganz anderen Grund untersucht wird. Radiologen erkennen das klassische, schirmartige Muster kleiner Venen, die in eine größere Ableitungsvene zusammenlaufen (auch „Caput medusae“ genannt), und können diese gutartige Variante sicher benennen, oft mit dem beruhigenden Hinweis, dass keine weiteren Maßnahmen nötig sind.

Was es normalerweise bedeutet

Entwicklungsbedingte venöse Anomalien sind die häufigste Gefäßvariante im Gehirn, die schätzungsweise bei zwei bis neun Prozent aller Menschen vorkommt, und in der überwältigenden Mehrheit der Fälle verursachen sie ihr Leben lang keinerlei Symptome. Sie gelten als normale anatomische Variante und nicht als Erkrankung – und anders als manche andere Gefäßfehlbildung übernehmen sie tatsächlich eine echte Aufgabe, indem sie normales umliegendes Hirngewebe entwässern.

Ein kleiner Teil der entwicklungsbedingten venösen Anomalien tritt gemeinsam mit einer anderen, selteneren Gefäßveränderung auf, dem sogenannten kavernösen Angiom (Kavernom). Diese Kombination kann gelegentlich zu einem Symptom wie einem Krampfanfall oder, selten, einer kleinen Blutung führen; liegt eine solche Kombination vor, wird der Bericht dies in der Regel gesondert erwähnen. Ohne begleitendes Kavernom blutet eine entwicklungsbedingte venöse Anomalie praktisch nie und benötigt keine Behandlung.

Wann Sie nachfragen sollten

Beschreibt Ihr Bericht eine entwicklungsbedingte venöse Anomalie ohne Hinweis auf ein begleitendes Kavernom oder eine andere Auffälligkeit, ist in der Regel keine Kontrolluntersuchung, keine Behandlung und keine Änderung des Lebensstils erforderlich – die meisten Radiologen betrachten dies als Befund, den man einfach notiert und dann in Ruhe lässt, ähnlich einem Muttermal. Es lohnt sich dennoch, es Ihrem Arzt zu erwähnen, damit es in Ihrer Krankengeschichte dokumentiert ist – das verhindert spätere Verwirrung, falls eine künftige Untersuchung mit dieser hier verglichen wird. Wird in Ihrem Bericht zusätzlich ein Kavernom genannt oder treten neue Krampfanfälle oder neurologische Symptome auf, sollte diese Kombination mit einem Neurologen besprochen werden.

Ein anschauliches Bild

Stellen Sie sich die Regenwasserkanäle unter einer Straße vor, die etwas anders verlegt wurden als üblich – statt mehrerer getrennter Abflüsse münden ein paar kleine Rohre zunächst in ein etwas größeres Rohr, bevor dieses an die Hauptleitung anschließt. Die Straße entwässert trotzdem einwandfrei, das Wasser nimmt nur einen etwas ungewöhnlichen Weg dorthin. Eine entwicklungsbedingte venöse Anomalie ist genau diese Art unauffälliger „Klempner-Variante“ im Gehirn: ein ungewöhnlich aussehendes, aber voll funktionsfähiges Drainagemuster, das einfach schon immer so da war.

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