Circulus arteriosus (Willis-Kreis)
Also called: Circulus Willisii, Circulus arteriosus cerebri, Willis-Kreis, arterieller Gefäßring des Gehirns, hirnbasisnaher Arterienring, zerebraler Gefäßring
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Was es bedeutet
Der Circulus arteriosus, auch Willis-Kreis genannt, ist eine Schleife miteinander verbundener Arterien an der Schädelbasis, die die Hauptgefäße der linken und rechten Gehirnhälfte zusammenschließt. Er verbindet die inneren Halsschlagadern vorne am Hals mit dem vertebrobasilären System im hinteren Bereich und bildet dabei einen Ring mit mehreren kurzen Verbindungsästen. Diese Anordnung wirkt wie eine eingebaute Absicherung: Verengt oder verschließt sich eine versorgende Arterie, kann das Blut möglicherweise über den Ring umgeleitet werden, um den betroffenen Hirnbereich dennoch zu erreichen.
Er ist keine Erkrankung und für sich genommen kein Befund – er ist ein normaler, benannter Bestandteil der Anatomie, den jedes Gehirn besitzt, wobei seine genaue Form von Mensch zu Mensch variiert.
Warum es im CT- oder MRT-Befund auftaucht
Der Circulus arteriosus erscheint in Befunden der CT-Angiographie (CTA) oder MR-Angiographie (MRA), spezialisierten Untersuchungen, die mit Kontrastmittel oder Blutfluss-Sequenzen die Hirnarterien darstellen. Radiologen beschreiben, ob der Ring vollständig geschlossen ist oder eine normale Variante zeigt – es ist häufig, dass ein oder mehrere der kleinen Verbindungssegmente dünn, fehlend oder doppelt angelegt sind, meist ohne jede Bedeutung. Der Befund vermerkt außerdem, ob die Gefäße glatt und regelrecht kalibriert sind oder ob irgendwo entlang des Rings eine Einengung, eine Aussackung (Aneurysma) oder unregelmäßige Wandveränderungen vorliegen.
Was es normalerweise bedeutet
Wenn ein Befund den Circulus arteriosus schlicht als intakt, durchgängig oder unauffällig beschreibt, ist das ein beruhigender Befund – die großen Arterien an der Schädelbasis wirken strukturell gesund, ohne Aneurysma, Verschluss oder Fehlbildung. Eine anatomische Variante, etwa ein fehlendes oder unterentwickeltes (hypoplastisches) Segment auf einer Seite, ist außerordentlich häufig und stellt für sich keine Erkrankung dar. Sie kann unter bestimmten Umständen geringfügig beeinflussen, wie gut das Gehirn einen späteren Verschluss einer Hauptarterie kompensiert, erfordert für sich genommen aber weder Behandlung noch verursacht sie Symptome. Klinisch bedeutsam wird der Ring vor allem dann, wenn darin ein konkretes Problem gefunden wird, am häufigsten ein kleines Aneurysma an einer der Verbindungsstellen, das der Befund separat beschreiben würde.
Wann Sie es abklären lassen sollten
Wenn Ihr Befund den Circulus arteriosus schlicht als normal, durchgängig oder als häufige Variante ohne weitere Auffälligkeit beschreibt, ist für diesen Befund allein in der Regel keine weitere Abklärung nötig. Erwähnt der Befund zusätzlich ein Aneurysma, eine Verengung oder eine andere Auffälligkeit im oder nahe dem Ring, besprechen Sie diesen konkreten Befund mit Ihrem Arzt, da das weitere Vorgehen von Größe, Lage und Ihren Beschwerden abhängt. Plötzlicher, heftigster Kopfschmerz, Sehstörungen, einseitige Schwäche oder Sprachstörungen erfordern unabhängig von früheren Bildgebungen immer eine sofortige Notfallabklärung.
Ein anschauliches Bild dafür
Stellen Sie sich einen Kreisverkehr vor, an dem sich mehrere Hauptstraßen an der Schädelbasis treffen. Autos (das Blut) können von jeder Zufahrtsstraße einfahren, und wenn eine Straße wegen Bauarbeiten gesperrt wird, kann der Verkehr oft über den Kreisverkehr umgeleitet werden, um trotzdem jeden Teil der Stadt zu erreichen. Bei manchen Menschen sind alle Zufahrtsstraßen voll ausgebaut, bei anderen fehlt eine kleinere Seitenstraße, was den Verkehrsfluss meist nicht beeinträchtigt. Radiologen prüfen im Grunde, ob der Kreisverkehr selbst gut gebaut ist, ohne gefährliche Schlaglöcher oder Ausbeulungen, und nicht, ob jede Seitenstraße vorhanden ist.
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