Karpaltunnelsyndrom
WarningAlso called: CTS, Handgelenksnervenkompression, Karpalkompressionsneuropathie, Medianuskompressionssyndrom, Nervus-medianus-Kompression, eingeklemmter Handgelenksnerv
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Was es bedeutet
Der Karpaltunnel ist ein schmaler Durchgang auf der Handflächenseite des Handgelenks, gebildet von kleinen Handwurzelknochen an der Unterseite und einem straffen Bandzug darüber. Neun Sehnen und ein Nerv – der Medianusnerv – ziehen durch diesen engen Raum zur Hand. Der Medianusnerv vermittelt das Gefühl in Daumen, Zeige-, Mittelfinger und der halben Ringfingerseite und versorgt zudem einige Muskeln am Daumenballen. Wird der Tunnel eingeengt – durch Schwellung, verdicktes Gewebe oder überschüssige Flüssigkeit –, gerät der Nerv unter Druck, und genau diese Beschwerden fasst man als Karpaltunnelsyndrom zusammen.
Es ist ein sehr häufiges Beschwerdebild, besonders bei Erwachsenen mit wiederholten Handbewegungen, und betrifft Frauen häufiger als Männer. Die Diagnose wird in der Regel nicht primär über die Bildgebung gestellt – dafür genügen meist die klinische Untersuchung und eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung –, doch MRT oder Ultraschall können gezielt nach einer bestimmten Ursache suchen oder eine Operation vorbereiten.
Warum es im CT- oder MRT-Bericht auftaucht
Im MRT beurteilt der Radiologe Größe, Form und Signalverhalten des Medianusnervs beim Durchtritt durch das Handgelenk sowie den Raum um ihn herum. Ein geschwollener, abgeflachter oder signalreicher Nerv am Tunneleingang stützt die Diagnose. Der Befund kann auch eine erkennbare Ursache beschreiben: verdickte Sehnenscheiden der Beugesehnen, eine kleine Ganglienzyste, Flüssigkeit im Tunnel oder ungewöhnlich gelegenes Muskelgewebe. Manchmal wird das Handgelenk aus ganz anderem Grund untersucht, und eine leichte Schwellung des Medianusnervs wird nur beiläufig als Nebenbefund erwähnt.
Was es normalerweise bedeutet
Die meisten Fälle sind mechanisch bedingt und nicht Ausdruck eines einzelnen gefährlichen Problems – wiederholtes Greifen oder Beugen des Handgelenks, schwangerschaftsbedingte Flüssigkeitseinlagerungen sowie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes zählen zu den häufigen Ursachen. Leichte bis mittelgradige Fälle bessern sich oft mit einer nachts getragenen Handgelenksschiene, angepassten Bewegungsabläufen und mitunter einer Kortisoninjektion. Bei starken, anhaltenden Beschwerden oder sichtbarem Muskelschwund am Daumenballen ist ein kleiner operativer Eingriff, bei dem das den Nerv einengende Band durchtrennt wird, sehr wirksam und zählt zu den erfolgreichsten Operationen in der Orthopädie.
Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Besprechen Sie den Befund mit Ihrem Arzt oder einem Handchirurgen, der die Diagnose in der Regel mit einer Nervenleitgeschwindigkeitsmessung bestätigt, falls das nicht bereits geschehen ist. Suchen Sie zeitnah ärztlichen Rat, wenn Sie eine anhaltende (statt kommend-gehende) Taubheit, eine neue Schwäche beim Greifen oder Kneifen, oder eine sichtbare Ausdünnung des Muskels am Daumenballen bemerken – das spricht für eine fortgeschrittenere Nervenkompression, bei der eine frühere Behandlung Vorteile bringt. Auch Beschwerden, die Sie nachts aufwecken oder den Alltag beeinträchtigen, sind ein guter Grund, nicht zu warten.
Ein anschauliches Bild
Man kann sich das wie einen Gartenschlauch vorstellen, der durch eine enge Metallhülse läuft. Schwillt etwas innerhalb der Hülse an – ein Knick, eine zusätzliche Polsterung –, wird der Schlauch eingeklemmt und es fließt weniger Wasser hindurch. Der Medianusnerv ist der Schlauch, der Karpaltunnel die Hülse, und das Kribbeln in den Fingern zeigt an, dass der Durchfluss eingeschränkt ist. Wird die Hülse gelockert, ob medikamentös oder operativ, kann der Nerv wieder normal arbeiten.
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