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Kalzifizierende Tendinopathie

Also called: Kalkablagerung in der Sehne, Kalkschulter, Rotatorenmanschettenverkalkung, Sehnenverkalkung, Tendinosis calcarea, kalzifizierende Tendinitis

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Was es bedeutet

Bei einer kalzifizierenden Tendinopathie lagern sich Kalziumkristalle in einer Sehne ab und bilden dort eine kreide- oder pastenartige Verdichtung innerhalb ansonsten normaler Sehnenfasern. Am häufigsten betrifft dies die Sehnen der Rotatorenmanschette in der Schulter, seltener auch andere Sehnen. Anders als bei der allmählichen Abnutzung einer klassischen Tendinopathie folgt diese Kalkablagerung einem eigenen natürlichen Zyklus: Sie baut sich über einen längeren Zeitraum langsam auf und wird irgendwann vom Körper wieder abgebaut – ein Vorgang, der manchmal von einem heftigen Entzündungsschub begleitet wird.

Warum es im CT- oder MRT-Bericht auftaucht

Kalkablagerungen lassen sich meist am einfachsten im Röntgenbild oder Ultraschall erkennen, wo sie als dichter, scharf begrenzter weißer Fleck in der Sehne erscheinen. Häufig werden sie aber auch als Zufallsbefund bei einer Schulter-MRT oder -CT entdeckt, die aus einem ganz anderen Grund gemacht wurde. Der Bericht beschreibt in der Regel Größe, Lage innerhalb der Sehne und Dichte der Ablagerung, denn das Erscheinungsbild verrät oft, in welcher Phase des natürlichen Zyklus sich der Kalk gerade befindet: Eine scharf begrenzte, dichte Ablagerung deutet meist auf eine ruhigere, chronische Phase hin, während eine unscharfe, wolkigere Struktur eher für eine aktive Entzündungsphase spricht.

Was es normalerweise bedeutet

Kalzifizierende Tendinopathie ist ein häufiger Befund, vor allem bei Erwachsenen zwischen etwa 30 und 60 Jahren, und viele Ablagerungen verursachen überhaupt keine Beschwerden – sie werden rein zufällig bei einer Untersuchung aus anderem Anlass entdeckt. Wird sie doch symptomatisch, folgt sie oft einem typischen Muster: Zunächst baut sich die Ablagerung in einer langsamen, meist schmerzlosen Formationsphase auf, bis irgendwann eine Resorptionsphase einsetzt, in der der Körper den Kalk wieder abbaut. Genau dieser Abbau kann plötzliche, mitunter starke Schulterschmerzen auslösen, weil das umliegende Gewebe akut entzündet reagiert. Interessanterweise ist dieser schmerzhafte Schub oft ein Zeichen dafür, dass der Körper die Ablagerung gerade aktiv beseitigt, und die Beschwerden bessern sich häufig von selbst, sobald die Resorptionsphase abgeschlossen ist – auch ohne gezielte Behandlung der Ablagerung.

Wann eine Abklärung sinnvoll ist

Eine stumme, zufällig entdeckte Ablagerung braucht in der Regel keine weitere Behandlung, sollte aber für spätere Vergleiche vermerkt bleiben. Bei Schmerzen oder eingeschränkter Schulterbeweglichkeit kann ein Arzt oder Physiotherapeut die Behandlung steuern – von entzündungshemmenden Medikamenten über Physiotherapie bis hin zu einem nadelbasierten Eingriff, der bei einem akuten, schmerzhaften Schub die Ablagerung ausspült oder absaugt und die Entzündung rasch lindert. Bei plötzlichen, starken Schulterschmerzen, besonders wenn sich die Schulter kaum noch bewegen lässt, sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden, da dies auch andere, eigenständig abklärungsbedürftige Ursachen akuter Schulterschmerzen nachahmen kann.

Ein anschauliches Bild

Man kann sich die Sehne wie ein Tau vorstellen, in dem sich über Monate oder Jahre an einer Stelle langsam ein kleiner, verhärteter, kreideartiger Fleck bildet – ähnlich wie Kalkablagerungen, die sich im Inneren eines Rohres festsetzen. Lange Zeit liegt dieser Fleck einfach still da und bereitet keine Probleme. Irgendwann beginnt der Körper, die Ablagerung aufzulösen und auszuspülen, und genau dieser Reinigungsprozess kann kurzzeitig eine lokale Entzündung und Schmerzen auslösen – so wie sich ein Rohr kurz rütteln lässt, wenn sich festsitzender Kalk löst, bevor der Durchfluss danach wieder klar und ungehindert ist.

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