Abrissfraktur
WarningAlso called: Avulsionsfraktur, Bandausriss mit Knochenfragment, Knochenabriss, Sehnenausriss, abgerissenes Knochenstück, knöcherner Ausriss
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Was es bedeutet
Eine Abrissfraktur (Avulsionsfraktur) entsteht, wenn eine Sehne oder ein Band so plötzlich und kräftig gezogen wird, dass nicht das Weichgewebe selbst reißt, sondern stattdessen ein kleines Knochenstückchen von seiner Verankerung abgesprengt wird. Das Ergebnis sieht wie eine Knochenverletzung aus, die eigentliche Ursache ist aber ein heftiger Zug an Sehne oder Band – man kann es sich als Weichteilverletzung vorstellen, die zufällig ein Stück Knochen mitreißt.
Solche Frakturen treten typischerweise an bestimmten Stellen auf, an denen eine kräftige Sehne oder ein Band an einem vergleichsweise kleinen oder exponierten Knochenstück ansetzt, etwa an Hüfte, Becken, Sprunggelenk, Ellenbogen oder an der Basis bestimmter Finger- und Zehenknochen.
Warum es im CT- oder MRT-Bericht auftaucht
Abrissfrakturen fallen meist zuerst im Röntgenbild als kleines, gelöstes Knochenfragment nahe einem Gelenk auf. Die CT zeigt Größe und Lage des Fragments genauer, während die MRT den Zustand der beteiligten Sehne oder des Bandes sowie eventuelle Prellungen im umliegenden Knochen- und Weichteilgewebe sichtbar macht. Der Bericht beschreibt, von welchem Knochen das Fragment stammt, wie weit es sich ungefähr verschoben hat und welche Sehne oder welches Band es losgerissen hat – etwa die Sartorius- oder Rectus-femoris-Sehne an der Hüfte bei jungen Sportlern oder die Sprunggelenkbänder nach einer schweren Verstauchung.
Was es meistens bedeutet
Abrissfrakturen sind besonders bei Jugendlichen und jungen Sportlern häufig, weil Wachstumsfugen und die Ansatzstellen der Sehnen bis zur vollständigen Skelettreife relativ schwächer sind als die Sehne selbst – ein kraftvoller Sprint, Tritt oder Sprung reißt dann eher ein Fragment los, als dass die Sehne überdehnt wird. Bei Erwachsenen folgen sie eher auf eine bestimmte Verdrehung oder einen harten Sturz. Die meisten nur leicht verschobenen Abrissfrakturen heilen gut mit Schonung, geschützter Belastung und Zeit, weil das Fragment beim Verheilen meist wieder anwächst und der Sehnenzug wiederhergestellt wird. Fragmente, die sich deutlich verschoben haben oder ein wichtiges gewichttragendes Gelenk betreffen, benötigen manchmal eine operative Fixierung, um das Stück neu zu positionieren und die normale Gelenkfunktion und Kraft zu erhalten.
Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Wird in Ihrem Bericht eine Abrissfraktur beschrieben, lohnt sich der Besuch bei einem Orthopäden, besonders bei starken Schmerzen, Schwellung, Blutergüssen oder Schwierigkeiten, das Bein oder den Arm zu belasten – der Arzt wird prüfen, wie weit das Fragment gewandert ist und ob eine operative Neupositionierung nötig ist. Plötzliche starke Schmerzen unmittelbar nach einer bestimmten Dreh- oder Tretbewegung, besonders bei Jugendlichen oder jungen Sportlern, zusammen mit eingeschränkter Nutzbarkeit der Extremität, sollten zeitnah untersucht werden statt abgewartet zu werden.
Ein einfaches Bild dafür
Stellen Sie sich ein kräftiges Seil vor, das an einem kleinen Holzpflock in einer Wand befestigt ist. Reißt man kräftig und schnell genug daran, franst manchmal nicht das Seil aus – stattdessen löst sich der Pflock aus der Wand und bringt einen kleinen Holzsplitter mit. Das Seil (die Sehne oder das Band) bleibt intakt und weiterhin am Pflock befestigt; nur der Pflock hat sich aus der Wand gelöst. Wird dieser Pflock wieder fest verankert – sei es, dass die Wand ihn von selbst wieder einwachsen lässt, oder ein Chirurg ihn fixiert – ist der normale Zug des Seils wiederhergestellt.
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