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Abszess

Urgent

Also called: Eiteransammlung, Eiterhöhle, Empyem, abgekapselte Infektion, infizierter Hohlraum, purulente Flüssigkeitsansammlung

Was es bedeutet

Wenn Bakterien oder andere Erreger in ein Gewebe eindringen, umschließt das Immunsystem sie mit weißen Blutkörperchen. Im Verlauf des Abwehrkampfes zerfallen diese Zellen und bilden Eiter – ein dickflüssiges Gemisch aus abgestorbenen Zellen, Flüssigkeit und Bakterien. Das umgebende Gewebe bildet dann eine Kapselwand, um den Eiter einzudämmen. Genau diese abgekapselte Höhle ist es, die im Schnittbild als flüssigkeitsgefüllter Hohlraum mit einer kräftigen, Kontrastmittel aufnehmenden Randzone sichtbar wird.

Warum es im CT- oder MRT-Bericht erscheint

Radiologen beschreiben diesen Befund, wenn die Bildgebung eine abgekapselte Flüssigkeitsansammlung mit einer dicken, nach Kontrastmittelgabe hell aufleuchtenden Wand zeigt – oft mit einigen Gasblasen im Inneren und entzündlichen Veränderungen im umgebenden Gewebe. Im Befund werden Lage (Leber, Lunge, Becken, zwischen Darmschlingen, in einem Muskel, neben der Wirbelsäule usw.), Größe, einzelner oder gekammerter Aufbau (lokuliert) sowie die Nähe zu benachbarten Organen angegeben. Diese Angaben entscheiden, ob Antibiotika allein ausreichen oder ob eine Drainage notwendig ist.

Was es normalerweise bedeutet

Der Entstehungsort lässt häufig Rückschlüsse auf die Ursache zu. Im Bauchraum sind häufige Auslöser eine perforierte Appendizitis, entzündete Darmdivertikel, ein vorangegangener Eingriff oder eine Darmperforation. In der Leber kann ein Abszess als Folge von Gallensteinkomplikationen oder – seltener – einer parasitären Infektion auftreten. In der Lunge entsteht er meist als Komplikation einer Lungenentzündung. In einem Muskel oder in Wirbelsäulennähe kann eine Streuung über die Blutbahn zugrunde liegen. Die Behandlung stützt sich auf zwei Säulen: zielgerichtete Antibiotikatherapie und Drainage des Eiterdepots. Kleine Abszesse sprechen manchmal auf Antibiotika allein an; größere Ansammlungen ab einigen Zentimetern werden in der Regel unter CT- oder Ultraschallkontrolle mit Nadel und dünnem Katheter entleert. Eine chirurgische Drainage ist nur bei schwer erreichbaren Herden oder bei gleichzeitig vorhandenen operationspflichtigen Befunden erforderlich.

Wann sollten Sie zum Arzt gehen

Dieser Befund erfordert in der Regel rasches ärztliches Handeln. Falls Sie den Befund zu Hause lesen, wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihren Arzt oder eine Notaufnahme. Starke Schmerzen an der betroffenen Stelle, anhaltend hohes Fieber, Schüttelfrost, nächtliche Schweißausbrüche, erhöhter Puls, Verwirrtheit oder ein deutlich beeinträchtigtes Allgemeinbefinden sind Warnsignale, die sofortiger Abklärung bedürfen – sie können darauf hinweisen, dass die Infektion ins Blut übergeht. Kleinere, gut abgekapselte Abszesse bei ansonsten stabilem Allgemeinzustand können ebenfalls dringlich, aber im Rahmen einer geplanten bildgesteuerten Drainage behandelt werden.

Wie man es sich vorstellen kann

Stellen Sie sich vor, die körpereigene Abwehr könnte ein Feuer nicht löschen und errichtet deshalb eine Mauer drum herum, damit sich die Flammen nicht ausbreiten. Hinter der Mauer glimmt das Feuer weiter und hinterlässt eine dickflüssige, übelriechende Masse. Irgendwann muss jemand ein Loch in die Mauer bohren, die Masse abfließen lassen und den Raum ausspülen. Die Mauer hat ihren Zweck erfüllt – aber das Aufräumen kann der Körper nicht allein erledigen.

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